Wo keine Leitung liegt, bleibt der Funk. Ein Anschluss über das Mobilfunknetz ist schnell eingerichtet, braucht keinen Tiefbau und ist in weiten Teilen Deutschlands verfügbar. Er verhält sich aber anders als ein Kabel im Boden, und das sollte man vorher wissen.
LTE und 5G
LTE (Long Term Evolution) ist die vierte Generation des Mobilfunks, eingeführt in Deutschland ab 2010. Sie war der erste Standard, mit dem sich ein Festnetzanschluss ernsthaft ersetzen ließ. 5G ist die fünfte Generation und seit 2019 im Aufbau. Sie bringt höhere Bandbreiten, vor allem aber deutlich kürzere Antwortzeiten und verträgt mehr Geräte je Funkzelle.
Die Vorgängergenerationen sind Geschichte: UMTS wurde 2021 von allen drei Netzbetreibern abgeschaltet, GSM läuft nur noch für Telefonie und Kurznachrichten. Wer heute einen Mobilfunkanschluss bucht, bekommt LTE, 5G oder beides.
Was der Anschluss zu Hause leistet
Für einen Anschluss über Mobilfunk braucht es keinen Techniker und keine Dose: einen Router mit SIM-Karte aufstellen, einstecken, fertig. In Gegenden ohne DSL oder Kabel, den sogenannten weißen Flecken, ist das oft die einzige Möglichkeit, überhaupt an eine brauchbare Verbindung zu kommen.
Drei Dinge unterscheiden ihn von einem leitungsgebundenen Anschluss:
- Die Bandbreite ist nicht zugesichert. Sie hängt davon ab, wie weit die nächste Funkzelle entfernt ist, was zwischen ihr und dem Router steht und wie viele Nachbarn gerade dieselbe Zelle benutzen. Ein Anschluss, der morgens schnell ist, kann abends deutlich langsamer sein.
- Das Datenvolumen ist oft begrenzt. Viele Tarife für den Anschluss zu Hause drosseln nach einer bestimmten Menge oder rechnen darüber hinaus ab. Wer streamt, kommt an solche Grenzen schnell.
- Die Antwortzeit ist höher als bei DSL. Bei 5G ist das kaum noch spürbar, bei LTE schon eher. Beim Spielen und bei Videokonferenzen macht es sich am ehesten bemerkbar.
Was gebraucht wird
Ein Router mit Mobilfunkmodul und eine SIM-Karte mit einem passenden Tarif, mehr nicht. Wichtig ist der Empfang am Aufstellort: Wo das Handy schon schwankt, wird auch der Router keine stabile Verbindung halten. Eine Außenantenne hilft in Grenzlagen erheblich, weil sie den Router aus dem gedämpften Innenraum herausholt.
Vor dem Abschluss lohnt der Blick in die Netzabdeckungskarten der Netzbetreiber. Sie sind für die eigene Adresse verlässlicher als jede allgemeine Prozentangabe zur Fläche Deutschlands. Auf dem Land liegen gutes und gar kein Netz oft wenige Kilometer auseinander.
Mobilfunk oder Leitung?
Wenn DSL, Kabel oder Glasfaser verfügbar sind, ist die Leitung fast immer die bessere Wahl: verlässlicher, ohne Volumengrenze, mit zugesicherter Bandbreite. Der Mobilfunkanschluss spielt seine Stärke dort aus, wo diese Wahl nicht besteht, oder wo der Anschluss nur vorübergehend gebraucht wird, etwa in einer Zwischenwohnung oder auf der Baustelle.