Die Reichweiten, die Hersteller angeben, gelten für den Idealfall: freier Raum, keine Störquellen, keine Wände. In einer Wohnung sieht es anders aus. Was sich dagegen tun lässt, steht hier, von der kostenlosen Maßnahme bis zur Anschaffung.
Den Router richtig aufstellen
Der Aufstellort ist die wirksamste Stellschraube und kostet nichts. Drei Regeln:
- Weg von anderen Geräten. Mikrowellen und Schnurlostelefone funken im selben Frequenzbereich und stören unmittelbar. Auch direkt neben dem Rechner oder auf einer Metallfläche steht der Router schlecht. Metall schirmt ab.
- Hoch statt tief. Ein erhöhter Standort strahlt besser aus als einer am Boden oder im Schrank.
- Mittig statt am Rand. Wenn die Geräte über die ganze Wohnung verteilt sind, gehört der Router in die Mitte und nicht in die Ecke, in der zufällig die Anschlussdose sitzt.
Ausprobieren hilft hier mehr als Rechnen. Ein Meter Unterschied im Standort bringt in der Praxis oft mehr als jede zusätzliche Hardware.
Den Funkkanal wechseln
In einem Mehrfamilienhaus funken die Netze der Nachbarn mit, und weil viele Geräte ab Werk denselben Kanal verwenden, behindern sie sich gegenseitig. Die Folge sind genau die Symptome, die man der Reichweite zuschreibt: Abbrüche, Stocken, schwache Verbindung am Rand der Wohnung.
Im 2,4-GHz-Band überlappen sich die Kanäle; nur 1, 6 und 11 stören einander nicht. Steht der Router wie die meisten auf 6, ist ein Wechsel auf 1 oder 11 einen Versuch wert. Neuere Router suchen sich den freien Kanal selbst; dann genügt es, diese Automatik zu aktivieren. Wo das 5-GHz-Band zur Verfügung steht, ist es die bessere Wahl: mehr Kanäle, weniger Nachbarn. Seine Reichweite ist allerdings geringer, es kommt schlechter durch Wände.
Repeater, zusätzlicher Router oder Mesh
In einem größeren Haus mit dicken Decken reicht ein einzelner Router nicht durch. Dagegen gibt es drei Wege:
- Repeater. Er empfängt das Signal und sendet es weiter. Das vergrößert die Reichweite, halbiert aber die verfügbare Bandbreite an dieser Stelle, weil dasselbe Funkmodul empfängt und sendet. Der Repeater gehört dorthin, wo das Signal noch gut ist, nicht dorthin, wo es schon schlecht ist.
- Zusätzlicher Router per Kabel. Aufwendiger, aber die beste Lösung: Weil die Verbindung zum Hauptrouter über ein Netzwerkkabel läuft, geht keine Bandbreite verloren. Liegt kein Kabel, kann Powerline über die Stromleitung aushelfen.
- Mesh. Mehrere aufeinander abgestimmte Geräte bilden ein einziges Netz mit einem Namen, zwischen dem die Geräte selbsttätig wechseln. Das ist heute die übliche Antwort auf ein zu kleines Funknetz und im Betrieb deutlich angenehmer als ein Repeater mit eigenem Netznamen.
Externe Antenne
Hat der Router einen Anschluss für eine externe Antenne, lässt sich die Reichweite auch darüber vergrößern. Zu unterscheiden sind zwei Bauarten: Eine Rundstrahlantenne verteilt das Signal gleichmäßig in alle Richtungen und ist für eine Wohnung das Richtige. Eine Richtantenne bündelt es in eine Richtung. Sie bringt über eine lange Strecke sehr viel mehr, etwa zur Gartenhütte, versorgt dafür den Rest schlechter.